Mehr Besucher Blog

12.10.06

Einnahmenausfall durch Cookie-Verweigerer?

Wie die PC-Welt in einem Artikel vom 10. Oktober 2006 bemerkte, liegt die Zahl der Verweigerer von so genannten 3rd-Party-Cookies bei über 50 %. Dies ist eine alarmierende Zahl für alle Abrechnungssysteme die auf Pay-per-Sale, also der Provision für einen erfolgreichen Verkauf basieren.

Warum ist das so?

Nun, in der Affiliate-Netzwerk Umgebung sind an einer Transaktion 4 Parteien beteiligt:

  1. Der Shop (Merchant), der für seine Webseite und damit seine Produkte Werbemittel im Affiliate Netzwerk bucht.
  2. Das Affiliate Netzwerk stellt diese Werbemittel seinen Affiates zur Verfügung und Vermittelt somit den Einbau der Werbemittel in die Webseiten der einzelnen Affiliates. Wird ein Werbemittel angeklickt, dann übernimmt das Netzwerk die Aufzeichnung und spätere Zuordnung des Vorgangs.
  3. Der Affiliate, der sich dem Netzwerk angeschlossen hat und aus dem Werbemittelpool des Netzwerkes verschiedene Werbemittel auswählt und in seine eigene Webseite einbaut. Affiliates sind von Ihrer Funktion für die betreute Seite häufig die Webmaster.
  4. Last but not least, das Objekt der Begierde, der Kunde (Surfer) der bei seinem Streifzug durch das Internet die Webseite des Affiliate besucht, auf die Werbemittel des Shop-Betreibers aufmerksam wird und diese anklickt.

Wo entsteht nun das Problem?

Der hinter den Werbemitteln unterlegte Link zeigt nicht unmittelbar auf die Webseite des Shop-Betreibers, sondern auf ein spezielles Tracking-Programm auf der Webseite des Affiliate Netzwerkes. Hier wird der Klick registriert, in ein IP-Tracking Logbuch eingetragen, dem Affiliate zugeordnet und letztendlich auf die Webseite des Shops weitergeleitet. Durch die dynamische Vergabe der IP-Adressen an den Surfer, ist das IP-Log maximal 24 Stunden gültig, danach läßt sich aus der IP-Adresse kein verlässlicher Rückschluss auf den Käufer führen. Aus dem Grund hinterlegt das Affiliate Programm einen Cookie auf dem Rechner des Surfers. Dabei handelt es sich um eines dieser 3rd-Party Cookies, die der Benutzer bei Einstellung in seinem Browser ablehnen kann.

Ist der Cookie gesetzt und liegen zwischen dem ersten Besuch über das Werbemittel und einem weiteren direkten Besuch mehr als 24 Stunden, dann ist eine Zuordnung von Verkauf zu Affiliate in den meisten Fällen nicht mehr möglich. Bedenkt man nun, dass Erfahrungswerte aus dem e-Commerce zeigen, dass in den überwiegenden Anteil der Umsätze eines Online Shops diese nicht auf Spontankäufe zurück zu führen sind, dann kann man sich vorstellen, welch enormer Provisionsverlust aus der Verweigerung dieser 3rd-Party Cookies für die Affiliates entsteht.

Soweit zum Problem, aber wie kann man dies lösen?

Erst einmal muss festgestellt werden, dass ein Tracking über IP-Adresse und/oder Cookie die EINZIGEN legalen Möglichkeiten sind, einen wiederkehrenden Besucher auf einer Website als solchen zu erkennen. Weiter muss man wissen, dass zwar die Verweigerung von 3rd-Party Cookies recht hoch ist, aber dass viele Webseiten ohne direkte Cookies nicht vernünftig funktionieren. Dementsprechend hoch ist die Akzeptanz dieser direkten Cookies. (Direkte Cookies werden von der Anwendung der Webseite selber (direkt) gesetzt und stammen nicht von einer externen Quelle (Affiliate Netzwerk = 3rd Party))

Will man nun das Tracking auf einen direkten Cookie übertragen ergeben sich zwei Möglichkeiten:

  1. Man verwendet eine eigene Affiliate Software, die auf dem eigenen Server läuft und naturgemäß und bei richtiger Installation direkte Cookies verwendet. Ich persönlich bevorzuge diese Methode nicht nur weil ich selber eine solche Affiliate Software erstellt habe und verkaufe, sondern weil eine eigene Affiliate Software auch einen extrem positiven Effekt auf den PageRank der Shop-Seite hat.
  2. Affiliate Netzwerke könnten die Tracking-Methode so ändern, dass mit einem im Shop integrierten Programmteil des Tracking-Moduls ein Cokkie aus dem Shop gesetzt wird. Das gleiche Modul müsste ebenfalls bei jedem Wiederholungsbesuch aktiviert werden, um den gesetzten Cookie wieder auszulesen. (Cookies können nur vom jeweiligen Eigentümer gelesen werden) Dies ist zwar technisch durchaus möglich, stellt aber für die Einrichtung einen erhöhten Aufwand dar. Die in diesen Affiliate Netzwerken ohnehin schon nicht geringen Einrichtungsgebühren dürften durch eine solche Umsetzung noch einmal steigen.

Resümee

  • Affiliates sollten bei der Auswahl eines Affiliate Netzwerkes sicher stellen, dass die 3 monatige (oder längere) Cookie-Laufzeit überhaupt Wirkung zeigt. Machen Sie einen Testbesuch auf dem Werbemittel und überprüfen Sie die gesetzten Cookies. Handelt es sich bei dem Tracking Cokkie um ein direktes oder um ein 3rd-Party Cookie? (Achtung manche Shops setzen auch ohne Tracking für das Netzwerk einen Cookie, kontrollieren Sie daher den Inhalt der gesetzten Cookies auf Ihre Affiliate ID). Machen Sie bei Ihrer Auswahl eines Affiliate Netzwerkes dies nicht von dessen Größe abhängig, im Gegenteil, ein Shop mit eigener Affiliate Software kann hier die bessere Wahl sein.
  • Shop Betreiber sollten ebenfalls die Wahl Ihrer Mittel sorgfältig prüfen. Nicht getrackte und damit nicht ausgezahlte Provisionen können einen erheblichen Imageschaden für Ihren Shop verursachen. Sie sollten im eigene Interesse darauf achten alle berechtigten Provisionen auch an den Berechtigten auszuzahlen

Für beide gilt: Der Einsatz des Mehr-Besucher.eu Affiliate Scripts erfüllt dem maximal erreichbaren Anspruch an die Zuverlässigkeit eines Besucher-Trackings.